Transalp Tourtagebuch

Alex Hoferers Tourtagebuch von der Jeantex TOUR-Transalp

 

Sonne pur beim ersten Start der 8. Jeantex Tour TransAlp 2010

Mit insgesamt 600 Teams ging es um 9 Uhr an den Start in Mittenwald ( 902 m ).

Diese erste Etappe führt uns über 121 km  und  2600 hm von Mittenwald nach Sölden.

Gleich zu Beginn gab es ein paar steile Rampen, die uns wohl einen Vorgeschmack auf die kommende Woche geben sollten.

Bei vielen Teams war das Rennfieber gleich zu Beginn zu spüren und das Tempo war hoch.

Auf der ersten Abfahrt konnten wir sogar  die Spitze des Feldes übernehmen und fuhren hinter dem Führungsfahrzeug ins Inn Tal.

Auf dem Flachstück in Richtung Innsbruck lagen dann etwa 120 Teams zusammen.

Am Fuße des Berges angekommen gab es einige Tempo Verschärfungen und der quälende, lange Anstieg zum Kühtai Pass ( 2017 m ) begann. Die Temperaturen lagen hier bereits fast bei 30 Grad!

Steile Rampen mit bis zu 21% Steigung, gefolgt von kurzen Flachstücken ließen keinen gleichmäßigen Rhythmus zu.

Jedoch hatten wir uns die Kräfte gut eingeteilt und konnten kurz vor Passhöhe, und speziell in der Abfahrt nach Ötz ( 812m ) viele Teams überholen J

Die letzten 30km gingen mäßig aber stetig bergauf zum Zielort Sölden ( 1368m ).

Den Zielsprint konnten wir für uns entscheiden und belegten den unglaublichen 14. Platz nach 3:55 Std. ( 31km/h im Durchschnitt )

Fortsetzung folgt!

 

Tag der Extreme

Start in Sölden, 9:00Uhr ( 1023m ) bei angenehmen 12 Grad.

Der erste Pass ging hoch auf das Timmelsjoch ( 2509m ), als höchster Berg das Dach der diesjährigen Tour.

Auf der Passhöhe fuhren wir zwischen Schneefeldern, die rechts und links die Straße säumten. Frostige  4 Grad herrschten hier oben!

Dann kam eine rauschende Abfahrt nach St. Leonhard in Südtirol.

Bei dieser Abfahrt waren wir mit das schnellste Team in einem relativ großen Pulk der besten Fahrer.

Danach begann der  20 km lange Anstieg zum Jaufenpass ( 2100m ).

Runter nach Störzing, die letzten 35km waren leicht abschüssig und somit schossen wir mit 50 -60 kmh Richtung Zielort.

Kurz vor Brixen, wurden wir auf eine Nebenstraße umgeleitet, die zusätzlich noch kleine,  giftige Anstiege für uns bereit hielt.

Wir hatten uns eine super Taktik zu Recht gelegt: Mit einer kurzen Attacke konnte ich der Gruppe wegfahren. Mein Teampartner Lukas blieb stattdessen im Pulk und hat in einem grandiosen Sprint über die letzten Meter alle abgehängt!

Schließlich im Ziel in Brixen angekommen wurden im Schatten  37,8 Grad gemessen!!! Was für ein unglaublicher Temperaturunterschied !

Wir belegten heute nach 4:12 Std. den 20. Platz.

Die hohe Leistungsdichte der ersten ca. 30 Teams zeigt sich z. B. darin, dass uns nur 3min zu Platz 11, also zu den Top Ten trennen.

Nun ist die zweite Etappe bestritten, aber die Woche ist lang, wir müssen täglich  mit unseren Kräften haushalten, die Königsetappe steht uns noch bevor…!

Nun freuen wir uns erst mal auf morgen:

Als absolutes Highlight der diesjährigen Trans Alp geht’s in die Dolomiten!

 

In der Kürze liegt die Würze!

Heute lag vom Quotienten Kilometer zu Höhenmeter die härteste Etappe vor uns, 90km + 3000HM!

Der erste Anstieg war gleichzeitig der längste der diesjährigen Tour. 32km und 1500HM ging es zum Würzjoh (2000m) hinauf -> das Tor zu den Dolomiten.

Wie zu erwarten lag das Tempo, wegen der Kürze der Strecke, sehr hoch.

Lukas und ich fanden recht schnell einen guten Rhythmus und konnten bis zur Passhöhe in einer der vorderen Gruppen das Tempo mitbestimmen.

Wie immer ließen wir den anderen Teams in der gefährlichen Abfahrt, auf kleinen schmalen Straßen mit zahlreichen Kehren, keine Chance und fuhren zur nächsten Gruppe auf.

Zu den 2 offiziellen  Verpflegungsstationen an denen Bananen, Energie-Gels, Wasser, Iso-Drinks, usw. gereicht  werden, bekommen wir täglich zusätzlich von Lukas Vater Getränke an der Strecke gereicht.

Die Temperaturen sind seit dem Start in Mittenwald so hoch, dass wir pro Rennen ca. 6 Liter Flüssigkeit trinken! Dazu 1-2 Riegel, 5 Gels, 1-2 Bananenstücke und die letzte Stunde eine gekühlte Cola.

Nach der Abfahrt vom Würzjoch ging es wellig um den bekannten Kronplatz herum und der Schlussanstieg zum gefürchteten Furkelpass lag vor uns.

Giftige Rampen mit bis zu 20% Steigung verlangten uns nochmals alles ab. Die abschließende Abfahrt nach St. Vigil brachte uns weiter nach vorne und nach 3´42 Std. landeten wir auf Platz 18.

Es ist traumhaft schön hier in den Dolomiten und sehr zu empfehlen, ob zum Wandern oder Radfahren.

 

Die Königsetappe über 5 Dolomiten Pässe

( St. Vigil – Alleghe; 130 km, 3500 hm)

1)      Grödnerjoch 2121m

2)      Passo Sella 2254m

3)      Passo Pardoi 2236m

4)      Passo Falzarego 2104m

5)      Passo Giau 2237m

Wie immer fiel um 9:00 Uhr bei Sonnenschein der Startschuss.

Im Vergleich zu den Vortagen waren die Temperaturen etwas angenehmer, wohl auch weil wir ständig zwischen 1000 und 2000m Höhe fuhren.

Trotz aller Anstrengung war das Dolomiten Panorama beeindruckend. Wie sagte der Rennleiter: „ Mehr Dolomiten an einem Tag geht nicht!“

Die ersten 4 Pässe liefen alle sehr flüssig, die Steigungen waren gleichmäßig.

Der letzte Anstieg zum Passo Giau erforderte nochmals die letzten Reserven. Treppenartige Steigungen mit bis zu 18% galt es hier zu erzwingen.

Die anschließende Abfahrt nach Alleghe, mit 20 km wohl die schönste in den Alpen, mit vielen Serpentinen und vor allem gutem Fahrbahnbelag brachte uns auf Platz 17 nach 4 Stunden 47 Minuten (Durchschnittsgeschwindigkeit 27,1 km/h).

 

Auf in den Glutofen Kaltern

( Alleghe – Kaltern; 115 km, 2700 hm)

Nach dem super Ergebnis vom Vortag, wollten wir heute Platz 15 angreifen.

Die Wetterprognosen sagten 35° C für den Zielort voraus und dauerhaften Sonnenschein.

Zuerst die gute Nachricht: Wie sind beide wohlauf und unverletzt. Jede Menge SMS und Telefonanrufe gingen bei uns ein, was denn los sei.

Also, nun mal von vorne: nach kurzer neutralisierter Startphase ging es zum Passo Pellegrino (1914 m).

Das bekannte Wasser wäre uns sicherlich besser bekommen als dieser grausame Anstieg.

Das Feld fuhr mit so hoher Geschwindigkeit in den Berg, als wäre heute der erste Tourtag gewesen.

Bei der Streckenvorstellung wurde ein 15 % steile Rampe mit ca. 1,5 km Länge angekündigt.

Die Steigung lies aber nicht nach, dafür kam aber ein Schild mit 18 %!

Naja, wir strampelten bzw. drückten feste weiter.

Kurz vor der Passhöhe hatte Lukas dann einen Plattfuß. Scheiße!!!

Kurz vor dem Pass (1749 m) noch einen Zweiten!!!

Der dritte Anstieg führte über Deutschnofen (1387 m) mit anschließender Abfahrt in den Glutofen Kaltern.

Trotz Platz 47 belegen wir noch den Gesamt Platz 20 und werden morgen, auch wenn die Beine schwer sind und die Moral am Boden ist, angreifen.

Gruß Alex

 

Auf nach Arco an den Gardasee

(Trento – Arco 88,97 km , 2200 HM)

Als letzter großer Pass der diesjährigen Trans Alp stand heute der Monte Bondone auf dem Programm: 1400 HM auf 19 km.

Vom Start weg war es drückend heiß ohne ein kühlendes Lüftchen.

Wie schön, dass ein älterer Herr nach ca. 5 km Anstieg kleine Flaschen mit eiskaltem Wasser verteilte.

Natürlich wurde wie immer mit viel Druck und hohem Tempo das Rennen angegangen. Die Kräfte gut eingeteilt, konnten wir im oberen Teil des Anstiegs Boden gut machen und auf der anschließenden Abfahrt wichtige Kräfte sammeln, trinken und regenerieren.

Die allerletzen Höhenmeter der Trans Alp 2010 ging es zum, 775 hohen Pass Ballino.

Gemeinsam in einer ca. 30 köpfigen Gruppe überquerten wir die Passhöhe und gingen in die Abfahrt nach Arco.

Den Zielsprint der Gruppe entschieden wir für uns und belegten nochmals einen Platz unter den Top 20  =>  Platz 18 nach 3´13 Std.

Die Zielankunft war unbeschreiblich schön und ein super Gefühl es mit dieser Leistung nach Arco geschafft zu haben.

Lentztendlich sind wir unter 600 Teams 32 und in der Herrenkategorie 21. geworden.

Als Fazit:

Einfach genial, tolle Veranstaltung, super Organisation, unbedingt mitmachen und selbst erleben!

Die entsprechende Vorbereitung dazu gibt’s im Fitness Turm!!!