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Strapazen sind im Ziel schon vergessen
Haslacher schießen bei Ötztaler Radmarathon mit Tempo 104 die Pässe runter / In brenzliger Situation gut reagiert
Von Christine Stiefenhofer
Haslach. Die Beine sind noch ein bischen wabbelig, aber sonst haben die fünf Radfahrer des Haslacher Turm-Teams das Abenteuer Ötztaler Radmarathon gut überstanden. Obwohl einige in der Runde ihre Traumzeiten nicht ganz erreicht haben, sind die Männer zufrieden: »Das Rennen war super!«
Was Alexander Hoferer, Harald Bröker, Christof und Stefan Keller und Christian Waidele am Sonntag geleistet haben, ist weit mehr, als ein kleiner Radausflug: 238 Kilometer und mehr als 5000 Höhenmeter hatten sie im Sattel durchlitten. Der Schnellste der »Turm«-Fahrer, Alex Hoferer, meisterte das Rennen in 8:11.59 Stunden, der Langsamste mder Truppe war 10:30.00 Stunden auf dem Sattel gesessen. »Während der letzten Kehre auf das Timmelsjoch hatte ich mir geschworen: ›Das mache ich nie wieder!‹, aber heute schaut das schon wieder anders aus«, lacht Waidele. Die Strapazen sind ihm und den Anderen in der Truppe nicht mehr anzusehen – die »Türmler « sind wieder unternehmungslustig. Alle sind froh, dass sich das Wetter gehalten hat.
»Einen Tag vor dem Rennen hatte es geregnet, am Tag danach lag Schnee auf der Höhe«, berichten sie. Die Pässe seien diese Woche sogar so verschneit gewesen, dass sie für den Verkehr gesperrt waren. Während zwei aus dem Team diesen Teufelsritt schon gemacht haben, feierten Christof und Stefan Keller Premiere. »Es war richtig toll!«, begeistert sich Christof Keller. Es sei richtig gut gelaufen – obwohl Keller mit einer Reifenpanne zu kämpfen hatte. »Klar ärgert der Zeitverlust, aber es hätte weitaus Schlimmeres passieren können«, zuckt er die Schultern. Er sei nach der Reparatur auch wieder gut in Tritt gekommen. Dass es durchaus brenzlige Situationen geben kann, erfuhren Alexander Hoferer und Harald Bröker bei der Abfahrt vom Kühtai: »Wir sind mit Tempo 104 da runtergepfiffen, als am Straßenrand plötzlich zwei Pferde durchgegangen sind.« Bröker und er reagierten geistesgegenwärtig und steuerten an den beiden scheuenden Tieren vorbei, die vor ihnen die Straße runterstürmten.
Zieleinlauf bleibt ewig in Erinnerung
Die Gipfelstürmer hatten beim Wettbewerb durchaus ein Auge für die atemberaubende Alpenlandschaft. »Wenn du auf dem Jaufenpass aus dem Wald kommst, hast du ein gigantisches Panorama «, begeistert sich Hoferer. Doch der Zieleinlauf würde halt alles toppen, sind sich die Fahrer einig. »Wenn einen die Zuschauer in Sölden auf den letzten Metern nochmal richtig anfeuern – das ist einfach gigantisch«, schwärmt Waidele. Da sei die zurückliegende Anstrengung schon wieder vergessen. »Emotional geht beim Rennen schon einiges ab.Wenn alles geschafft ist, ist man eigentlich nur noch froh«, umreißen die Sportler. Während sie die Runde über die Alpenpässe gedreht haben, hatten ihre Frauen und Freundinnen auch jede Menge Arbeit: Sie kümmerten sich um die Verpflegung entlang der Strecke – und hatten ein waches Auge darauf, dass die Partner auch heil durch den Wettbewerb kommen. Für diese Saison war es die letzte Großtat der fünf »Turm«-Fahrer. »Lust, wieder mitzumachen, hätten wir schon«, geben sich die Fünf unternehmungslustig. Es müsse halt geschaut werden, wie es sich mit Beruf und Familie vereinbaren lasse, sind sie allerdings vorsichtig. Ein Teil der Fahrer wird sich bereits am Sonntag wieder aufs Rad schwingen – beim Bergrennen des Skiclubs Mühlenbach.
Der Artikel erscheint am Samstag, den 4.9. im Schwarzwälder Boten. Hier können Sie ihn als PDF herunterladen.
