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Wegweiser-Panne drückt auf Wertung

Haslacher Mountainbiker erleben bei der Trans-Germany ein Wechselbad des Wetters und der Gefühle

Von Christine Stiefenhofer

Haslach. Mit jeweils 300 Kilometern und 10000 Höhenmetern »in den Beinen« sind die sieben Haslacher Mountainbiker von der Trans-Germany zurückgekehrt. Im Vier-Tage-Rennen von Garmisch nach Bregenz waren sie ans Limit gegangen – und hätten vorn mitgemischt, wenn da nicht diese Panne passiert wäre...

Das Rennen mit 1200 Sportlern geriet für Martin Kammerer, Georg Leppert, Harald Bröker, Marco Mengel, Andreas Matt, Franz Lehmann und Alexander Hoferer zum absoluten Wechselbad – mit Blick aufs Wetter und die Gefühle.

»Der Wetterbericht hatte uns vorgewarnt, aber es war schon hart«, blickt Hoferer auf das Rennen zurück. Den ersten Tag seien sie im Dauerregen und bei empfindlich kalten Temperaturen gefahren. »Auf 1800 Metern Höhe hatten wir gerade mal zwei Grad Celsius«, berichten die Sportler. Mann und Material mussten unter extremsten Bedingungen funktionieren: Das Wasser stand zentimeterhoch auf der Strecke, die Schaltungen verschlammten, Regen und Matsch durchweichten die Kleidung im Nu. Auch der zweite Tag brachte wenig Besserung: Das Wasser kam zwar nicht mehr von oben, dennoch stand es noch 20 Zentimeterhoch auf den Wegen – »das war wie Wildwasserbahn- Fahren«. Stürze dezimierten das Teilnehmerfeld, einige Fahrer seien mit dem Heli weggeflogen worden, erinnern sich die Mountainbiker. Zumindest die Haslacher hatten die Schlammschlacht gut überstanden: »Am Ziel hat man uns unter dem ganzen Matsch gar nicht mehr erkannt«, lacht Hoferer. Und die Kälte sei wieder bis auf die Knochen gegangen: Die ganze Truppe habe sich erst einmal in der Sauna der Pension aufgewärmt

Die Trans-Germany zeigte sich auch am dritten und vierten Tag als Rennen der Extreme. Es brannte die Sonne vom Himmel, als die steilste Etappe angegangen wurde. 1800 Höhenmeter mussten auf den 55 Kilometern überwunden werden; die größte Steigung lag bei 31 Prozent. Während die Haslacher gut, teilweise sogar im Profifeld, mithielten, passierte auf den letzten Kilometern eine entscheidende Panne, die das Team vom 13. auf den 19. Platz abrutschen ließ. Ein Wegweiser war nicht richtig angebracht und leitete 400 der 1200 Sportler in die Irre. »Der Zeitverlust war enorm«, ärgert sich Hoferer, und die Stimmung sei natürlich im Keller gewesen. Die Enttäuschung haben die Haslacher mitterweile weggesteckt – und sie überlegen, wo sie 2011 starten werden. Ob die Trans-Germany auf dem Plan steht, wissen sie nicht, schließlich gibt es auch die Trans-Schwarzwald – und dieses Rennen läge direkt vor der Haustür.

BürgerBlatt Haslach Nr. 132 vom 12. Juni 2010