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Vor dem Kühtai haben alle Respekt

Ötztaler Radmarathon krönt Saison des Teams »Fitness-Turm« / Am Berg kämpft jeder Sportler allein

Von Christine Stiefenhofer

Haslach. In dieser Saison haben sie insgesamt 43000 Trainingskilometer »runtergespult «, beiWettbewerben waren sie auch schon massig dabei. Am Sonntag erwartet Harald Bröker, Alexander Hoferer, Christof und Stefan Keller sowie ChristianWaidele aber ein besonderes Kaliber: Sie nehmen am 30. Ötztaler Radmarathon teil.

»Der Wettbewerb wird das Highlight der Saison«, fiebern die Radler aus Haslach und Umgebung dem international besetzten Marathon entgegen. Sie werden sich gegen 4500 Konkurrenten beweisen müssen. »Die Meldeliste ist gedeckelt – das Interesse ist eigentlich noch viel größer«, wissen die »Turm«-Fahrer.

Sie sind bereit für das Abenteuer (von links): Harald Bröker, Alexander Hoferer, Christof Keller, Christian Waidele und Stefan Keller. Foto: Stiefenhofer

Auf dem Rundkurs werden die Sportler an nur einem Tag 238 Kilometer und 4866 Höhenmeter überwinden – kein Pensum, das ein Untrainierter »so mal kurz« bewältigen kann. Die Matadoren haben sich konsequent auf den Radsommer vorbereitet: Sie waren bereits im Januar im Sattel gesessen und hatten das Training im Schnee begonnen, in den Folgemonaten standen Trainingslager auf Mallorca und Barcelona an. »Dann fahren wir auch allein oder sind beim Rennradtreff des Turms‹ dabei«, geben die Männer Einblick ins Training. Am Berg kämpft am Sonntag jeder der Radfahrer allein, doch in der Verpflegung machen sie wieder gemeinsame Sache. »Dafür sind unsere Frauen und Freundinnen zuständig «, lachen die Rennradfahrer. Damit dem Gedränge an den Verpflegungsstationen entgangen werden könne, würden die Damen an der Strecke stehen, Isodrinks und Gel verteilen. Die Ernährung der Sportler vor dem Wettkampf ist sowieso eine Wissenschaft für sich: Erst sei der Kraftspeicher geleert worden, »seit Mittwoch esse ich verstärkt Kohlenhydrate, um den Energiespeicher wieder aufzufüllen«, verrät Bröker.

238 Kilometer, knapp 5000 Höhenmeter: Das Streckenprofil hat es in sich. Grafik: Veranstalter

Die Ziele der Fahrer sind ehrgeizig: »Die Topzeit lag 2009 bei sieben Stunden zehn. Es wäre schön, es unter acht Stunden 30 zu schaffen«, meint Harald Bröker. Die Masse fahre den Ötztaler Marathon in zehn Stunden 30, »da ist alles, was unter zehn Stunden liegt, respektabel«, sind sich die Fahrer einig. Im Durchschnitt werden 30 Stundenkilometer gefahren, die Pässe schießen die Teilnehmer schon mal mit 100 Stundenkilometern herunter. Besonders vor dem Kühtai haben die Sportler Respekt: »Der hat eine Steigung von 18 Prozent, und der Aufstieg zieht sich über 18,5 Kilometer.«

Denken die Haslacher an den Wettkampf, der am Sonntag um 6.30 Uhr beginnt, sind sie kribbelig. »Das ist der Adrenalin- Kick, den du einfach brauchst«, lacht Hoferer, aber wenn man erst mal auf dem Rad sitze, gebe es nur noch eins: das Rennen.

Der Artikel erschien am 26. August im Schwarzwälder Boten. Hier können Sie ihn als PDF herunterladen.